Landleben – Von einer, die raus zog

Landleben

Landleben – Von einer, die raus zog

von Hilal Sezgin
Verlag: DUMONT
Seitenzahl: 269
ISBN: 978-3-8321-6190-3
Erschienen: Februar 2012

Klappentext:

Früher war Hilal Sezgin eine Stubenhockerin: Großstadt, Bürojob, am Wochenende schlief sie gerne aus. Heute hat sie nicht nur gülleresistente Stiefel, sondern auch Schafe, Ziegen, Gänse, Hühner und Katzen. Und vor allem: ein Haus auf dem Land.

>>Hier macht jemand vor, wie das geht: sein Leben verändern.<< F.A.Z.

Hilal Sezgin nimmt den Leser mit auf ihre ganz persönliche Reise ins Glück. Sie berichtet von den erhofften Vorzügen und den unerwarteten Problemen des Landlebens; angefangen bei der Suche nach dem perfekten Haus über den Bau von Stallungen und das Einmachen von Obst bis hin zur korrekten Tierhaltung. Dem Verzicht auf gewohnte Bequemlichkeiten steht eine neue Form von Selbstbestimmung gegenüber. Aus dem Leben ohne ist vor allem ein Leben mit geworden: >> Ein Leben mit weitem Blick aus allen Fenstern, ein Leben mit den Jahreszeiten, ein Leben mit Tieren, ein Leben mit Schnee in Winter, Kuckucksrufen im Frühjahr, Faulenzen im eigenen Garten im Sommer und Pilzsammel- und Einkochorgien im Herbst.<<

Textprobe:

Am häufigsten fiel das Stichwort Mut. Was ich da vorhätte, sei aber sehr mutig, kommentierten Freunde. Den Mut hätten sie nicht, erklärten Bekannte, als wir einander auf einer Silvesterparty von unserenr Plänen fürs nächste Jahr erzählten. So oft war von meinem angeblichen Mut die Rede, dass das bisschen Mut, das ich tatsächlich besaß, immer weiter schwand.
Denn eigentlich bin ich ein Hasenfuß. In meiner Hausapotheke lagern Medikamente für sämtliche mir bekannte Krankheiten, und ich kenne viele, weil ängstliche Menschen wie ich die Apothekenrundschau lesen. Nachts liege ich oft wach und grübele über Dinge, die ich am Vortag vielleicht falsch gemacht habe, und bevor ich auf eine längere Reise gehe, kontrolliere ich, ob mein Testament auf dem neuesten Stand und für die Hinterbliebenen leicht auffindbar ist.
Also von Mut kann man wirklich nicht sprechen. Aber vielleicht hatte ich über die Risiken ausnahmsweise mal nicht nachgedacht. Fürs kommende Jahr hatte ich mir nämlich einen Umzug vorgenommen, von Frankfurt, wo ich fast mein gesamtes bisheriges Leben verbracht hatte, raus aufs Land. In ein typisch norddeutsches Haus aus rotem Backstein, am Rande eines 500-Seelen-Dorfs in der Lüneburger Heide. Wo ich keinen Menschen kannte.

Meine Meinung:

Das Buch ist witzig geschrieben und ich war drauf und dran mir auch gülleresistente Gummistiefel zuzulegen um dem Landleben zu frönen. Die Einfachheit des Lebens und gleichzeitig die Mühe kann man durch die Augen von Hilal Sezgin „live“ miterleben. Man freut sich über die Geburt von Lämmern und kann förmlich das weiche Fell der Schafe spüren, die Gänse hinterliesen bei mir ebenfalls -gedanklilche- blaue Flecken, und ich war auch bei der Hühnereinsammlung mit dabei. Das Buch zeigt auf ruhige Art und Weise wie ein „einfaches“ Leben gelingen kann. Und: es zeigt, wie jemand ganz neu anfängt. Und genau das fand ich spannend an dem Buch. Der Neuanfang mit all seinen Unwägbarkeiten und dem nicht wissen, ob es dann so wird, wie man sich´s wünscht.
Leider gibt es ab der Hälfte des Buches immer wieder sehr lange Passagen mit Gedanken zur Tierethik, Veganismus und Nutztierhaltung in unserer Zeit. Diese Gedankengänge habe ich zwar grundsätzlich als richtig empfunden, aber der belehrende Charakter dieser sich hinziehenden Kapitel gefiel mir nicht so gut. Aus diesem Grund gab es auch einige Seiten die ich einfach übersprungen habe.

Fazit:

Ein warmherziges Buch über einen Neuanfang auf dem Land, die Beziehung zwischen den Menschen und den Umgang mit den Wesen, die uns so nahe sind: den Tieren. Dieses Buch ist für Alle, die von Aufbrüchen in ein neues Leben fasziniert sind und sich vielleicht heimlich auch machmal selbst ein einfacheres (wenn auch sehr arbeitsreiches) Leben wünschen.
Wären diese langen Ausführungen zur Tierhaltung etc. nicht gewesen, hätte es 4 Inselchen gegeben.

So sind es 3 Inselchen von 5

woijawoijawoijawoinowoino

2 Gedanken zu “Landleben – Von einer, die raus zog

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