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Die Achse meiner Welt

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Die Achse meiner Welt

von Dani Atkins
Verlag: KNAUR
Seitenzahl: 316
ISBN: 978-3-426-51539-6
Erschienen: Deutschsprachig August 2014

Klappentext:

Was würdest du tun, wenn dir das Leben eine zweite Chance gäbe?

Stell dir vor, du erwachst in einer perfekten Version deines Lebens.
Greifst du zu und lebst diesen Traum bedingungslos weiter?
Oder fragst du dich, wann deine Welt aus dem Gleichgewicht geriet und was mit deinem alten Leben geschehen ist?
Eine mitreißende Geschichte über Liebe, Familie und Identität – mit einem packenden Ende.

Rachels Leben ist perfekt: sie hat einen gutaussehenden Freund, einen großen Freundeskreis und wird in wenigen Wochen ihr Studium beginnen. Doch dann geschieht dieser schreckliche Unfall, der ihr alles nimmt, was sie liebt.  Rachel zieht sich voller beklemmender Schuldgefühle zurück – denn sie hat nur überlebt, weil ihr bester Feund Jimmy ihr das Leben rettete und dafür mit seinem eigenen bezahlte.

Die Hochzeit ihrer engsten Freundin lässt Rachel nach fünf Jahren zum ersten Mal an den Ort der Tragödie zurückkehren. Aber die Erinnerungen sind zu viel für Rachel, und sie bricht zusammen. Als sie im Krankenhaus erwacht, traut sie ihren Augen nicht. Ihr Leben ist plötzlich genau so, wie sie es sich immer erhofft hat: Sie hat einen Traumjob und ist verlobt. Und neben ihrem Bett steht Jimmy – kerngesund und mit seinem schönsten Lächeln.

Textprobe:

Mein erstes leben endete an einem eisigen Dezemberabend um 22:37 Uhr auf einer einsamen Straße neben der alten Kirche.
Mein zweites Leben begann etwa zehn Stunden später, als ich im grellen Licht des Krankenzimmers erwachte – mit einer großen Kopfwunde und einer Vergangenheit, an die ich keinerlei Erinnerung besaß. Dass Freunde und Verwandte mein Bett umringen, hätte es mir eigentlich erleichtern sollen, half aber nichts, weil einer aus dieser Runde schon seit geraumer Zeit tot war.

Meine Meinung:

Dieses Buch entführt in eine Welt, in der manches anders ist als es sein sollte. Die Protagonistin Rachel hat vor 5 Jahren ihren besten Freund verloren, als dieser ihr das Leben rettete. Über dieses Ereignis kommt sie nie hinweg. Und nicht nur das; ihn ihrem ganzen Leben scheint nichts wirklich gut zu laufen. Schmerz, Trauer, Krankheit, Tod scheinen ihre ständigen Begleiter. Doch dann passiert etwas und sie wacht in einem „neuen“ zumindest jedoch anderen Leben auf. In einem Leben, in dem ihr verstorbener Freund Jimmy sehr lebendig an ihrem Bett steht.

Ich konnte Rachel gut verstehen, dass sie alles versucht um zu verstehen was geschehen ist und sich in dem neuen glücklichen und perfekten Leben nur langsam zurechtfindet. Irgendetwas stimmt nicht.

Das Buch hat mich absolut gefesselt. Innerhalb von 2 Tagen hatte ich es fertig, trotz Arbeit 😉 denn ich wollte es am liebsten nicht mehr aus der Hand legen,

Der Schreibstil er Autorin fließt leicht dahin, ist gefühlvoll und durch witzige Ideen teilweise zum Lachen komisch.
So wirkt das Buch nie düster, sondern lebendig und spannend. Alles hat in diesem Buch seinen Platz: Unheimliches, Ungewöhnliches, Lustiges, Spannendes, der Wert von Freundschaft, die Liebe der Familie und Schicksalsschläge.

Das Ende ist einleuchtend, trotzdem überraschen und tief berührend.

Fazit:

Eine absolute Leseempfehlung. Von mir gibt es 5 Inselchen von 5

woijawoijawoijawoijawoija

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Leseecke: Schöner Mist – Mein Leben als Landei

Schöner Mist
Schöner Mist – Mein Leben als Landei

von Irmgard Hochreither
Verlag: ullstein
Seiten: 206
ISBN 978-3-548-37373-7
Erschienen: Februar 2011

Klappentext:

In einem alten Bauernhaus zu wohnen und Eichblattsalat im eigenen Gemüsegarten anzupflanzen stand nie auf dem Wunschzettel von Irmgard Hochreither. Trotzdem verbringt sie seit kurzem fast jedes Wochenende auf dem Land, wühlt hingebungsvoll in der Erde und verteidigt Gemüse und Rosen gegen Giersch, Nacktschnecken und Wühlmäuse.

Ein Buch über kleine Fluchten in eine überschaubare Welt – erfrischend witzig und warmherzig erzählt.

Seitdem ihr Mann sie in ein Rundlingsdorf im Wendland geschleppt hat, ist stern-Autorin Irmgard Hochreither infiziert. Diagnose: Landlust-Virus. Bis dahin war sie ein überzeugter Stadtmensch: Sie kaufte ihr Basilikum im Supermarkt und war glücklich, ihre Wochenenden in der Hamburger City verbringen zu dürfen. Wenn Freunde dazu einluden, sie endlich einmal in deren ländlichen Refugien zu besuchen, keimte in ihr sofort der Verdacht: Die langweilen sich doch zu Tode… doch heute sehnt Irmgard Hochreither die Wochenenden und freien Tage herbei, um Kräuter, Gemüse und Rosen gegen Nacktschnecken und Wühlmäuse zu verteidigen. Langeweile? Ein absurder Gedanke! Ein Buch über kleine Fluchten in eine überschaubare Welt – und über das Doppelleben einer Stadtneurotikerin, die zum Teilzeit-Landei mit Teilzeit-Hund mutiert ist.

Textprobe:

Irgendwer ist immer schuld daran, wenn im Leben plötzlich Dinge passieren, für die es keine rationale Erklärung gibt. In meinem Fall trägt eindeutig der Mann an meiner Seite die Verantwortung. Seit er mich in ein Rundlingsdorf im Wendland geschleppt hat, bin ich infiziert. Diagnose: Landlust-Virus. Dabei wollte ich nie aufs Land. Ich habe nie von einem Bauernhaus mit angrenzendem Gemüsegarten geträumt. Im Gegenteil: Ich war eine hochzufriedene, glückliche Metropolenbewohnerin. Die längste Zeit meines bisherigen Lebens verbrachte ich in Großstädten. In der festen Überzeugung, nicht ohne belebte Straßenschluchten mit Kinos, Geschäften und Restaurants existieren zu können. Ich liebte unsere Wohnung im Herzen der Hamburger City, unsere mit strapazierfähigen Buchbaumkugeln begrünte Dachterrasse und die Gewissheit, dass ich nur einmal um die Ecke gehen muss, um von A wie Apfeltaschen bis Z wie Zitronengras alles besorgen zu können.

Meine Meinung:

Mitten in diesem Buch habe ich mich (als gebürtige Großstadt Münchnerin) dabei ertappt, im Internet nach dörflichen Wochenend-Immobilien zu surfen und mir lächelnd Bilder von Rundlingsdörfern im Wendland über Google auf den Bildschirm zaubern zu lassen. Das Buch beschreibt das ländliche Leben, wie es treffender nicht sein könnte und ich es teilweise von der Familie kenne.
Ich war begeistert von all den menschlichen Ticks, die so ein Dorf in bester Weise in sich vereint. Irgendwie wie bei Agatha Christie und ihren Landstudien. Zumindest was das menschliche Miteinander angeht. Denn ansonsten ist das Buch herrlich unaufgeregt und plätschert bei einer Tasse Kaffee morgens im Bett ganz wundervoll dahin.

Fazit:

Wer eine gemütliche Landpartie mit viel Humor machen möchte: unbedingt lesen!
Wer ohne Zeitdruck im Garten wühlen, ein Bierchen trinken und unter dem Apfelbaum liegen möchte: unbedingt lesen!
Wer die schrulligen und liebenswerten Macken seiner Mitmenschen mal als Essenz verdichtet (also im Dorfleben 😉 ) erleben möchte: …….

Mit hat das Buch Spaß gemacht und nach meinen Internet-Anwandlungen bezüglich Landhäusern werde ich jetzt schleunigst das Genre wechseln  😉

5 Inselchen von 5

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Landleben – Von einer, die raus zog

Landleben

Landleben – Von einer, die raus zog

von Hilal Sezgin
Verlag: DUMONT
Seitenzahl: 269
ISBN: 978-3-8321-6190-3
Erschienen: Februar 2012

Klappentext:

Früher war Hilal Sezgin eine Stubenhockerin: Großstadt, Bürojob, am Wochenende schlief sie gerne aus. Heute hat sie nicht nur gülleresistente Stiefel, sondern auch Schafe, Ziegen, Gänse, Hühner und Katzen. Und vor allem: ein Haus auf dem Land.

>>Hier macht jemand vor, wie das geht: sein Leben verändern.<< F.A.Z.

Hilal Sezgin nimmt den Leser mit auf ihre ganz persönliche Reise ins Glück. Sie berichtet von den erhofften Vorzügen und den unerwarteten Problemen des Landlebens; angefangen bei der Suche nach dem perfekten Haus über den Bau von Stallungen und das Einmachen von Obst bis hin zur korrekten Tierhaltung. Dem Verzicht auf gewohnte Bequemlichkeiten steht eine neue Form von Selbstbestimmung gegenüber. Aus dem Leben ohne ist vor allem ein Leben mit geworden: >> Ein Leben mit weitem Blick aus allen Fenstern, ein Leben mit den Jahreszeiten, ein Leben mit Tieren, ein Leben mit Schnee in Winter, Kuckucksrufen im Frühjahr, Faulenzen im eigenen Garten im Sommer und Pilzsammel- und Einkochorgien im Herbst.<<

Textprobe:

Am häufigsten fiel das Stichwort Mut. Was ich da vorhätte, sei aber sehr mutig, kommentierten Freunde. Den Mut hätten sie nicht, erklärten Bekannte, als wir einander auf einer Silvesterparty von unserenr Plänen fürs nächste Jahr erzählten. So oft war von meinem angeblichen Mut die Rede, dass das bisschen Mut, das ich tatsächlich besaß, immer weiter schwand.
Denn eigentlich bin ich ein Hasenfuß. In meiner Hausapotheke lagern Medikamente für sämtliche mir bekannte Krankheiten, und ich kenne viele, weil ängstliche Menschen wie ich die Apothekenrundschau lesen. Nachts liege ich oft wach und grübele über Dinge, die ich am Vortag vielleicht falsch gemacht habe, und bevor ich auf eine längere Reise gehe, kontrolliere ich, ob mein Testament auf dem neuesten Stand und für die Hinterbliebenen leicht auffindbar ist.
Also von Mut kann man wirklich nicht sprechen. Aber vielleicht hatte ich über die Risiken ausnahmsweise mal nicht nachgedacht. Fürs kommende Jahr hatte ich mir nämlich einen Umzug vorgenommen, von Frankfurt, wo ich fast mein gesamtes bisheriges Leben verbracht hatte, raus aufs Land. In ein typisch norddeutsches Haus aus rotem Backstein, am Rande eines 500-Seelen-Dorfs in der Lüneburger Heide. Wo ich keinen Menschen kannte.

Meine Meinung:

Das Buch ist witzig geschrieben und ich war drauf und dran mir auch gülleresistente Gummistiefel zuzulegen um dem Landleben zu frönen. Die Einfachheit des Lebens und gleichzeitig die Mühe kann man durch die Augen von Hilal Sezgin „live“ miterleben. Man freut sich über die Geburt von Lämmern und kann förmlich das weiche Fell der Schafe spüren, die Gänse hinterliesen bei mir ebenfalls -gedanklilche- blaue Flecken, und ich war auch bei der Hühnereinsammlung mit dabei. Das Buch zeigt auf ruhige Art und Weise wie ein „einfaches“ Leben gelingen kann. Und: es zeigt, wie jemand ganz neu anfängt. Und genau das fand ich spannend an dem Buch. Der Neuanfang mit all seinen Unwägbarkeiten und dem nicht wissen, ob es dann so wird, wie man sich´s wünscht.
Leider gibt es ab der Hälfte des Buches immer wieder sehr lange Passagen mit Gedanken zur Tierethik, Veganismus und Nutztierhaltung in unserer Zeit. Diese Gedankengänge habe ich zwar grundsätzlich als richtig empfunden, aber der belehrende Charakter dieser sich hinziehenden Kapitel gefiel mir nicht so gut. Aus diesem Grund gab es auch einige Seiten die ich einfach übersprungen habe.

Fazit:

Ein warmherziges Buch über einen Neuanfang auf dem Land, die Beziehung zwischen den Menschen und den Umgang mit den Wesen, die uns so nahe sind: den Tieren. Dieses Buch ist für Alle, die von Aufbrüchen in ein neues Leben fasziniert sind und sich vielleicht heimlich auch machmal selbst ein einfacheres (wenn auch sehr arbeitsreiches) Leben wünschen.
Wären diese langen Ausführungen zur Tierhaltung etc. nicht gewesen, hätte es 4 Inselchen gegeben.

So sind es 3 Inselchen von 5

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